Vielseitig verwendbar

Viele Hemberger stellten früher im Nebenerwerb Korbwaren her. Das Flechtmaterial schnitten sie am Emsufer von Kopfweiden und Weidenbüschen. Alte Kopfweiden sind wichtige Lebensräume, beispielsweise für Höhlenbrüter wie die Sumpfmeise oder den Steinkauz. Eine eigene Baumart sind Kopfweiden nicht. Meist sind es Silber- oder Fahlweiden.  Das Weidenholz war besonders vielseitig nutzbar für Zaunpfähle, Bohnenstangen, Besenstiele oder als Flechtwerk für Kartoffelkörbe.  Heute sind es meist Naturschützer, die im Winter die Weiden mit der Kettensäge stutzen. Weiden haben unter ihrer weichen Schale keinen harten Kern. Ihnen fehlt das harte und widerstandsfähige Kernholz, das bei anderen Baumarten die Holzzersetzung und Höhlenbildung verhindert. Der weiche Holzmulm ist Lebensraum für Insekten, beispielsweise den seltenen Moschusbock. Einmal geköpfte Weiden müssen regelmäßig geschnitten werden, sonst brechen die kopflastigen Bäume bei Sturm zusammen.