Ems entfesselt - Die Emsaue bei Telgte-Vadrup

An kaum einem Emsabschnitt hat sich in den vergangenen Jahren soviel verändert wie nordöstlich von Telgte. Heckrinder und Koniks streifen durch die Aue und beeinflussen die Landschaft durch ihr selektives Fraßverhalten. Aber auch am Fluss selbst hat sich viel getan. Emsschleifen, die nach dem Ausbau fast 70 Jahre vom Fluss abgetrennt waren, werden heute wieder durchströmt. Ein eindrucksvolles Beispiel ist „Ringemanns Hals“. Eine Aussichtskanzel ermöglicht einen Blick über die große Emsschleife. Durch die Anbindung von drei Altarmen verlängerte sich der beim Ausbau in den 1930er Jahren stark verkürzte Lauf der Ems insgesamt um mehr als einen Kilometer.

Zugleich wurde das Steinkorsett, das die Ems in ein enges Bett zwängt, stellenweise entfernt. Von einer weiteren Aussichtsplattform wird deutlich, welche Dynamik der „entfesselte“ Fluss entfaltet. Vom Wasser unterspülte Ufer brechen ab, Sandbänke bilden sich neu. Eisvögel und Uferschwalben bauen in den frischen Steilwänden ihre Brutröhren, während der Flussregenpfeifer auf sandigen Uferbänken seine perfekt getarnten Eier legt. Jedes Hochwasser hinterlässt Spuren – und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

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Mehr Infos bei:  NABU-Naturschutzstation Münsterland