"Fährmann, hol über!" - Bockholter Emsfähre

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts querten nur wenige Brücken die Ems. Zwischen Greven und Rheine gab es nicht eine – heute sind es immerhin fünf! Kaum vorstellbar, weil die Mitte des 19. Jahrhunderts eröffnete Bahnlinie Münster-Rheine vor allem der Textilindustrie einen großen Aufschwung gebracht hatte und die fehlenden Brücken den Transport der Güter in Ost-West-Richtung erheblich erschwerten. Statt dessen sorgten Fähren dafür, dass Menschen, Tiere und Waren von einem Ufer zum anderen gelangten. Neben kleineren Personenfähren gab es auch solche, die Pferdefuhrwerke aufnehmen konnten.  

Die Bockholter Fähre ist das letzte Relikt an der westfälischen Ems aus dieser Zeit. Sie hatte wegen ihrer etwas abseitigen Lage vermutlich nur lokale Bedeutung. Bekannt ist, dass der Besitzer der Hofstelle Bockholt eine Brennerei und auch eine Brauerei betrieb. Ob mit der Fähre auch Hochprozentiges die Emsseiten wechselte, ist aber nicht überliefert. Fest steht nur, dass Heinrich Bockholt 1912 eine Schankerlaubnis bekam unter der Verpflichtung, den öffentlichen Fährbetrieb aufrecht zu erhalten. Das ist bis heute der Fall. Im Sommer heißt es an Wochenenden und Feiertagen: „Fährmann, hol über!“  

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